Aufbruch von der Faneshütte

Tag 1

Lenggries Eng Lamsenjochhütte Inntal Weidener Hütte

Hm  2884   A 13,1 km/h    T 7h 15min   D 95,9km  M  59,7km/h

Um 6.00 Uhr geht's los, lostreten Richtung Eng.  47km Teer warten auf uns  und ohne besondere Vorkommnisse erreichen wir gegen 8 Uhr das hintere Engtal. Dort angekommen, gönnen wir uns im Alpenhotel einen Frühstückscafe. 

                                                                 Ab in die Eng

Ab nun nur noch eine Richtung steil nach oben. Der Anstieg zum Lamsenjoch erweist sich schlechter als wir dachten. Brutalst ausgewaschener Uphill.  Peter hat so einige kleine fahrtechnische Probleme, die mit Dauer der Übung aber weniger werden. 11.00 Uhr, die Hütte in Sichtweite die folgende Lamsenpassquerung verzeiht keine Ausrutscher. Nach einer Gesamtfahrzeit non 3h 42 erreichen wir unser Zwischenziel. Mit etwas Verwunderung stellen ich fest das wir schon 1462 Hm auf den Buckel haben. Sollte an meiner Berechnung was nicht stimmen? Ich habe den ersten Tag als Königsetappe mit "nur" 2600 Hm und 80 km eingeschätzt. Was uns sofort in die Nase dringt, ist dieser ekelhafte Fäkaliengeruch. Entweder geht die Sickergrube über, oder die haben massive Probleme mit ihren Toilettenanlagen. Wir beschlossen, noch im Vollbesitz unsere Kräfte, die Pause so kurz wie möglichst zu halten um  schnell das Weite zu suchen. Wir fanden ein paar Worte des Bedauerns für die, die bei diesen Gestank nächtigen. 

Blick zur Lamsenquerung                                                                    An der Lamsenhütte 

Gleichgesinnte Transalpler aus Darmstadt trafen wir noch zu einem kurzen Plausch dann ging's abwärts, ich habe mir trotz dem das ich ein Fully fahre beim Anblick dieses extrem verblockten Weges etwas die Luft aus den Reifen gelassen um eine etwas bessere Traktion zu haben. Nach kilometerlangen Extremdownhill stellte sich bei mir auf einmal ein Schwindelgefühl ein, scheinbar machte irgendetwas in meinen Kopf dieses Dauergewackel nicht mit. An den Darmstädtern die etwa 10 min Vorsprung hatten flogen wir bald vorbei. Unten im Inntal schrieen unsere Reifen nach mehr Druck, mit 1 bar fährt sich's doch nicht so gut! Beim Nachpumpen passiert's dann: Das Vorderstück der ALDIpumpe bricht und wir stehen noch einige KM  vor der Zivilisation mit fast platten Reifen da. Peter hat die rettende Idee das Vorderteil mit Tape zu kleben und siehe da mit dieser Notbehelfslösung bekommen wir zuminderst soviel Luft in die Reifen das wir zur nächsten Tankstelle ins Inntal kommen. Als in Vomp dann noch ein McDonald unseren Weg kreuzte war die Welt wieder in Ordnung. In Schieflage geriet sie als wir in der Mittagssonne auf anfangs Teer nach Kolsass hochquälten, als wir in den kühlenden Wald einradelten zeigte der Gesamthöhenmesser schon über 2000Hm an. Die nächsten 2h schwankten zwischen vollkommener Erschöpfung und Euphorie weil die Nafing, so ist der Zweitname der Weidener Hütte, immer näher rückte. 

Weidener Hütte                      Um 17 Uhr war es soweit, Ankunft an unseren Etappenziel . Erst Körperwäsche und die Kleidung gleich mit, die nassen Sachen draußen aufgehängt sah lustig aus die im Wind wehenden Unterhosen im Biergarten. Abends saßen wir mit 2 Schwaben zusammen (Vater und Sohn), Vater hat von seinen Kindern eine Woche Alpenüberquerung geschenkt bekommen -was man alles herschenken kann.

Nach einem üppigen 3-Gänge Menü, Nuddelsuppe-Schweinebraten-Waldbeerkuchen und diversen Getränken ging's um 21.30 Uhr ins Bett. Das Matratzenlager erwies sich als annehmbare Schlafstätte, nur irgendwie war bei mir nicht an Schlafen zu denken.  Ständiger Drang zum "Biseln" (war die Weißweinschorle schuld) und ziehen in den Beinen, ließen keinen gesunden Schlaf zu. 

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